Institut für individuelles Coaching

Dr. phil. Sabine M. Bläsing

Coach für Vitalität

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TAG 22: die Elemente und Qualitäten ausgleichen

Tages-Input:

An Tag 21 hat sich der Norden vom Wetter her sehr deutlich gezeigt. Die kühle Luft, der kräftige Wind, der nochmal alles aufwirbelt, in die Lüfte erhebt, bevor es sich neu sortieren kann. So soll es auch am Tag 22 noch sein vom Wetter her. Das Element Luft ist im Ayurveda in der Qualität des Vata wiederzufinden. Sehr vereinfacht versuche ich einmal dieses Prinzip auf unsere 4 Elemente zu übertragen. Es gibt im Ayurveda 3 Qualitäten: KAPHA, VATA, PITTA. Die Qualität KAPHA hat viel mit dem Element Erde zu tun, ist sehr substanziell und bringt eine gewisse Ruhe, aber auch Trägheit mit sich, wie wir ja in den Tagen 10 bis 20 gut erfahren haben. VATA ist sehr luftig und beweglich, aber auch flatterig. PITTA ist temperamentvoll und feurig, sehr handlungsstark und auch kämpferisch. Das ist nur mal eine ganz grobe Skizzierung, um etwas über das nun vorherrschende Element der Luft zu verdeutlichen. Menschen mit der luftigen Typ-Konstellation von Vata sind schnelle Denker, kreative, sensible, phantasievolle, oft auch geniale, extrem flexible aber auch unruhige Geister. Sie sind die Visionäre mit den vielen Ideen, die innovativen Erfinder. Unser Zeitgeist ist sehr von der Vata-Qualität geprägt. Digitalisierung, die Raum und Zeit überwindet, neue Medien mit ihren multiplen Kommunikationsmöglichkeiten, technischer Fortschritt, all das spricht für Vata. Das Problem unserer Vata-geprägten Gesellschaft ist, dass wir den natürlichen Rhythmus zu verlieren drohen (unsere Erdung), was Menschen aus ihrer Mitte katapultiert, weil alles immer kopflastiger wird, die vielen Imformationen und die kaum noch auszuhaltende Schnelligkeit, die Menschen extrem unruhig macht. Burnout, Ängste, Schlafstörungen, viele psychische Erkrankungen werden daher im Ayurveda als Vata-Störungen eingeordnet. 

Jedes der 4 Elemente im Medizinrad hat seine guten und seine schwierigen Eigenschaften, auch jede Qualität der 3 Ayurveda-Typen hat seine Vor- und Nachteile und grundsätzlich haben wir alle auch alles in uns. Manche einiges von ihrer Voraussetzung her mehr, andere weniger. Das Prinzip - sowohl beim dem Gang durch das Medizinrad wie auch im Ayurveda - verfolgt ein ähnliches Anliegen. Es geht um Ausgleich, um Balance, um gleichwertiges Vorhandensein. Hat man von Natur aus mehr von dem einen (also  z. B. Feuer oder PITTA), dann gilt es die anderen Elemente oder Qualitäten noch zu nähren und zu entwickeln.  PITTA braucht die Ruhe und Besonnenheit des Elementes Erde, damit es nicht zu temperamentvollen Schnellschüssen kommt. Jemand, der ein sehr starkes VATA hat wird sich ebenso viel mit dem Element Erde ausgleichen müssen, weil sonst die Bodenhaftung fehlt und die genialsten Ideen nie in der Realität an Form gewinnen können. Ein KAPHA betonter Typ hat zwar die Ruhe weg (also eine gute Erdung), doch wenn er sein Feuer nicht anfacht oder die Luft nicht in sein System bringt, wird er sich im eigenen Sumpf verlieren und nicht von der Stelle kommen.

Ich hoffe, ich konnte diesen Ansatz ein wenig verdeutlichen. So kannst Du Dich selbst fragen, wie Du eher beschaffen bist und was es an Ausgleich in Deinem persönlichen System braucht. Kollektiv haben wir aus meiner Sicht in unserer Vata-geprägten Gesellschaft den Bezug zum Element Erde verloren... was mich an eine Nachricht erinnert, die ich vor ca. 4 Wochen bekommen habe: "Die Erde hat uns aufs Zimmer geschickt, damit wir nachdenken über das, was wir mit ihr angestellt haben".

Wir brauchen die Luft und die Vata-Qualität um Neues zu entwickeln, nach vorne zu blicken, querzudenken, uns neu zu erfinden, in scheinbar ausweglosen Situationen wieder einen Weg hinaus aus dem Chaos zu erkennen, flexibel das Beste aus der aktuellen Lage zu machen, ja, sich auch anzupassen. Wenn also in diesem Experiment in den nächsten 9 Tagen das Element Luft die Dinge ein wenig auf den Kopf stellen darf, aus völlig anderen Blickwinkeln als bisher auf etwas draufschauen will, dann seien wir doch offen dafür, uns selbst immer wieder zu überraschen mit den Impulsen und Ideen, die zu uns kommen wollen. Vata ist der Künstler und Schöpfer des Geistes, nicht jedoch derjenige, der die Dinge dann auch umsetzt. Dies ist eher eine Qualität von PITTA, dem das Element Feuer im nachfolgenden Osten zugeschrieben würde. Also betrachte die nächsten 9 Tage als eine Phase des Sammelns. Ich sage meinen Klienten in dieser sehr kreativen Phase oft, dass sie nicht krampfhaft noch Lösungen suchen sollen, sondern erstmal alle Impulse, Ideen etc. sammeln sollen, um sie dann in Ruhe auszuwerten. Die Kraft der klaren Entscheidung kann erst am Ende einer solchen Sammelphase liegen - vorher ist das nicht möglich. Klarheit entsteht nach und nach und meist ganz natürlich von selbst.

Viel Freude beim Sammeln und Finden wünscht Euch Divya.