Institut für individuelles Coaching

Dr. phil. Sabine M. Bläsing

Coach für Vitalität

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TAG 24: die Wiederentdeckung der Leichtigkeit

Tages-Input:

Wenn im Westen eher das Thema der Langsamkeit im Zentrum stand, so könnte der Norden die Wieder-entdeckung der Leichtigkeit als ein Thema haben. Leicht heißt im Englischen ja light und dies wiederum auch Licht (z.B. im Sinne von Erkennen und Wissen). Als im meine Doktorarbeit geschrieben habe, war ich einen großen Teil des Schreibens in meinem "Künstlerrefugium" in Oberstdorf. Irgendwie ging es dort leichter, das gesammelt Wissen niederzuschreiben. Im Rahmen meiner Experteninterviews erzählte mir eine Frau, die selbst lange im Allgäu gelebt hatte, dass die Schwere ab einer Höhe von 1.000 Metern verschwinde und man Zugang zu anderen Wissensfeldern bekommt und generell die Dinge irgendwie leichter würden. Wahrscheinlich ging mir das Schreiben deshalb flüssiger von der Hand.

Für das Erleben der Leichtigkeit können wir auf Berge steigen. Diejenigen, denen das nicht möglich ist, können an einer anderen Schraube drehen, damit das Leben an Leichtigkeit gewinnt. Kennt ihr das Gefühl von Flow ? Auch das ist eine Dynamik, bei der die Dinge irgendwann wie von selbst laufen. Der Läufer weiß das, aber ebenso der Kreative, der beim Malen, Schreiben oder sonstigen Tätigkeiten ganz in seiner Sache aufgeht - Raum und Zeit verschwinden und plötzlich wird alles leicht und klar. Es ist gut erforscht, was das Erleben von Flow-Zuständen begünstigt. Ich denke, dass es eine wichtige mentale Komponente gibt, die uns dabei unterstützen kann, in diesen Fluß der Leichtigkeit zu rutschen, der einen dann wie von selbst voranträgt - die Freiheit des Geistes. 

In den vergangenen Tagen habe ich darüber gesschrieben, wie wichtig der Ausgleich und die Balance in unserem inneren System sind. Mentale Willenskraft ist eine Eigenschaft, die dem Norden zugeordnet werden kann. An einem Beispiel aus der beruflichen Praxis möchte ich erläutern, was jedoch passiert, wenn man zu sehr will. Wenn Klienten in einer beruflichen Phase der Neuorientierung es fast nicht mehr aushalten, dass der Job, den sie sich so sehr ersehnen und auch existenziell brauchen, einfach nicht kommen will, erfordert es oft eine Gegendynamik, damit es nicht zu krampfig wird. Denn eines ist sicher: unter Krampf wird der Flow-Effekt eingeengt und es kommt zum Stocken. Es ist schon wichtig sich sehr klar zu machen, was man möchte und wozu man ein klares JA sagt. Es ist ebenso wichtig, dass man nach besten Kräften alles dafür tut, damit dies real werden kann. Wenn man aber merkt, dass die Dinge nicht so schnell kommen wie man es gerne hätte, gilt es wieder lockerer zu lassen - nicht ganz loszulassen, aber lockerer zu lassen.

Der Norden liegt im Medizinrad ja gegenüber dem Süden. Und auch hier kann ich wieder in die gegenüber-liegende Richtung eintauchen und mich der Qualitäten des Südens bedienen, damit ich zu einer größeren Leichtigkeit im Norden gelangen kann. Ein spielerischer Umgang mit der Situation ist dann vielleicht angesagt, was auch mit ausprobieren, alternativen Vorgehensweisen oder einem mir eigentlich nicht gewohnten Verhalten einhergehen kann. Wenn die kreativen Schöpfer "hängen" verlassen sie das Terrain und machen etwas völlig anderes und plötzlich kommt wieder Luft und Bewegung in die Situation. Nicht umsonst hat man die besten Ideen unter der Dusche oder auf der Toilette. 

Nichts ist schlimmer als eine Situation, in der man zwar weiß, was man will, aber es lässt sich einfach noch nicht manifestieren. Habt Geduld, Vertrauen und verkrampft nicht. Dinge lösen sich manchmal ganz von allein, wenn wir alles getan haben und dann entspannt loslassen. Die Zwischenzeit darf gefüllt sein mit allem, was Spaß und Freude macht. Das "verordne" ich Klienten manchmal in so einer Phase des Wartens. Ich bin mal 1 Jahr lang mit einem Lebensmotto gegangen, dass nur 3 Worte beinhaltete, auf die ich egal was in meinem Leben sonst noch so los war, achten wollte: Spaß, Genuß und Leichtigkeit. Es war ein so kraftvolles und innerlich erfülltes Jahr, auch wenn ich nicht wirklich viel Geld hatte. Ich habe aber tolle Erlebnisse gehabt und mir viele Träume vom Reisen erfüllt. Ja, ein Stück weit bin ich in diesem Jahr durchs Leben geflogen - das war der Flow und er hielt sehr lange an... Vielleicht sollte ich das mal wieder mehr in meinen Fokus holen. Es war eine wunderbar leichte Zeit.

Lasst Euch von der Leichtigkeit des Flows beflügeln, Eure Divya Sabine Bläsing