Institut für individuelles Coaching

Dr. phil. Sabine M. Bläsing

Coach für Vitalität

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TAG 29: das leere Blatt

Tages-Input:

Ich gehe jeden Abend ohne großen Plan an den Input für den nächsten Tag. Im Laufe des Tages habe ich immer wieder das Bild eines weißen, leeren Blattes bekommen und dachte dann, soll ich für TAG 29 keinen Input schreiben ? Ist es genug an Wissen und Input für jetzt ? Sollen die Lesenden Ihr eigens Blatt beschreiben? Geht es um Stille, Schweigen, Nichtstun? All das ist sicher richtig.

Norden hat die Farbe weiß und ich habe nochmal recherchiert, dass Reinigung, Reinheit und Erneuerung auch zum Norden zu zählen sind. Vom Gefühl her sind das schon Qualitäten, die ich dem Osten zuschreiben würde. Doch die Reise durch das Rad geht ja geschmeidig in einander übergleitend. Auch die Puzzle-Teilchen, die ich Euch anfangs zu sammeln empfohlen habe, gehen jetzt von der Dynamik des aktiven Sammelns in die Dynamik des Zusammengesetztseins über. Es ist alles getan: das Blatt ist leer - weil es nichts mehr zu tun gibt außer sich leer zu machen und zu klären (reinigen).

Schau nochmal zurück auf die letzten 9 Tage und beschreibe - wenn Du magst - Dein Blatt mit den wichtigsten Erkenntnissen. Oder schau zurück auf Dein bisher gelebtes Leben und werde Dir klar darüber, was Du als Wichtigstes mitnehmen möchtest, weil Du es in Zukunft brauchen wirst. Norden heißt tatsächlich, sich zu reduzieren, denn es ist auch ein Ende und Abschied, der bevorsteht. Der Neubeginn bereitet sich vor. Stelle Dir vor, Du würdest umziehen in Kürze und Du hättest nur wenige Kisten, was würdest Du mitnehmen, welche Essenzen? Denn was es jetzt nicht mehr braucht, ist unnötiger Ballest für die Zukunft.

Ich möchte mit der Geschichte eines alten Mannes schließen, der in 2005 mein Meditationslehrer während einer Ayurveda-Kur auf Sri Lanka war. In 2004 war das Jahr der "Großen Welle", wie er es nannte. Zusammen mit seiner Familie (2 Kinder + Frau) lebte er in einer einfachen Hütte unweit des Meeres. An dem Morgen verstummten alle Tiere und eine sehr ungewöhnliche Stille war spürbar - so erzählte er. Menschen wurden unruhig und das Meer hatte sich zurückgezogen. Alle ahnten, dass etwas ungewöhnlich Schlimmes passieren würde und rannten zurück zu ihren Häusern, um HAB und GUT zu greifen. Er jedoch rannte nur um seine Familie zu holen und sie rannten soweit sie konnten ins Landesinnere. Viel andere verloren nicht nur ihn HAB und GUT, sondern auch ihr Leben. Er jedoch konnte seine Familie retten. Bei Erzählen zeigte in die Richtung, wo sein Haus gestanden hatte und erzählte mit einem Lächeln " I lived over there until the Tsunami washed my house away "... uns allen stockte der Atem und er sagte weiter, "but we survived". Das einzige, was ihn wirklich schmerzte, waren seine wertvollen Bücher, die das Meer mit sich weggerissen hatte. Und ich dachte in diesem Moment nur: was könnte dieser Mann noch mehr aus Büchern lernen. Wer nach so einem Erlebnis noch so bescheiden, dankbar und trotz allem glücklich ist, der hat verstanden, worum es wirklich geht.

Ich werde nie dieses Strahlen in seinen Augen vergessen und nehme diesen Mann als großes Vorbild mit in meine Zukunft. Danke für diese Begegnung.

Eure Divya Sabine Bläsing