Institut für individuelles Coaching

Dr. phil. Sabine M. Bläsing

Coach für Vitalität

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34131 Kassel

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TAG 33: achte darauf, WIE Du die Dinge tust

Tages-Input:

Als ich vor 13 Jahren mit dem Schreiben meiner Doktorarbeit zum Thema "Visionen im Kontext von Beruf und Berufung" begonnen habe, bin ich der Forschungsfrage gefolgt, ob man Visionen fördern kann und wenn ja wie ? Denn ich stellte die These auf, dass Visionen beim Finden einer Berufung hilfreich sein können. Über 5 Jahre habe ich mich durch Literatur - gerne auch in esoterischem Grenzgebiet (wie man mir bei der mündl-ichen Prüfung unter die Nase rieb) gewühlt, habe von mir ausgewählte Experten interviewt und Erfahrungen von Seminarteilnehmern aus meinen Visions-Coachings mit in die Betrachtungen einfließen lassen. Das Thema Vision ist ein zentrales Thema des Ostens und aus diesem Grund freue ich mich, heute hier etwas darüber zu schreiben bzw. Euch auch in den nächsten Tage dafür zu sensibilisieren. 

Zunächst einmal möchte ich mit etwas beginnen, was mir erst gegen Ende der Forschungszeit immer klarer geworden ist. Wer sagt denn, dass wir alle eine Berufung haben müssen ? Auch das kann Menschen unter Druck setzen, falls sie sich eine solche wünschen, aber sie eben schlicht einer Arbeit nachgehen müssen, die sie ernährt. Berufung hat viele Facetten - so eine meiner Erkenntnisse. Es muss nichts Großartiges sein, aber es hat viel damit zu tun, WIE wir eine Aufgabe oder Arbeit verrichten. Wenn ich mich auf die zitierten Inhalte aus dem Buch der Freude beziehe, dann spielen diese Freude, ein tiefes Erfülltsein, etwas von Herzen gerne zu tun, anderen dabei Gutes zu tun, ethische und moralische Werte hierbei zu berücksichtigen die größte  Rolle bei dem Vorhandensein einer Berufung. Wir sagen es ja auch: jemand hat seine Berufung gefunden, wenn er selbstverloren, begeistert, leidenschaftlich in seiner Aufgabe aufgeht. Damit kann eine Berufung auch jenseits des Berufes oder Jobs liegen, mit dem ich mein Geld verdiene. Wenn es deckungsgleich ist, um so schöner vielleicht, aber es ist nicht unbedingt notwendig.

Welche Rolle spielen dann die Visionen in diesem Kontext? Lasst es mich so sagen: Visionen sind wie Sterne am Himmel - sie leuchten und geben uns Orientierung, doch sie sind als ein zu erreichendes Ziel selten konkret greifbar. Ja, es gibt auch Menschen, die mit sogenannten großen, sehr klaren Visionen aus meiner und auch aus deren Sicht "Aufträge von höhere Ebene" bekommen, aber diese Visionen sind ein Akt der Gnade und kaum willentlich herbeizuführen. Ich hatte die Chance einen derartigen Visionär zu interviewen und eines war dort sehr deutlich: dieser Mensch hatte seinen persönlichen Willen der Aufgabe untergeordnet. So war es auch bei allen anderen großen Visionären, die für die Menschheit Wertvolles bewirkt haben. Hierzu sind nur wenige Menschen wirklich bereit.

Es sehr spannendes Thema, das mich auch nach diesen vielen Jahren immernoch fasziniert. Heute würde ich noch andere Aspekte ergänzen wollen. Ich glaube nicht mehr, dass wir diese konkreten Bilder brauchen, die wir so gerne als feste, klare Form hätten, damit wir etwas verwirklichen können. Ich weiß, dass das Ur-vertrauen in den eigenen Weg, der von einer reinen Absicht und dem Wohle für die Menschheit Gutes zu bewirken gekennzeichnet ist, weitaus zentraler sind, als das konkrete Bild einer klaren Vision. Übrigens zeigte sich auch, dass hinter allen persönlichen Visionen immer eine sehr zentrale, übergeordnete, gemeinsame Vision stand: ein gesundes Leben in einer gesunden Welt, die von Frieden und Liebe gekennzeichnet ist. Was auch immer jeder Einzelne hierzu beiträgt, ist Teil einer großen Vision und damit mehr als genug.

Also, das WIE man etwas tut ist wohl fast wichtiger als WAS man konkret tut - nicht nur in Bezug auf Visionen...

Ich wünsche Euch gute Einsichten zu diesem Thema für Euer Leben, Divya