Institut für individuelles Coaching

Dr. phil. Sabine M. Bläsing

Coach für Vitalität

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TAG 6: den "Acker" ruhen lassen

Rahmen: die Erfahrung machen, dass wir die Erde brauchen - nicht sie uns

Tages-Input:

Ich greife ja in meinem Input auch Themen auf, die mir durch andere zufließen. Gestern war die größte Resonanz bei unserem Astronaut Gerster, der schon mehrfach geschildert hat, wie er die Erde aus dem All wahrgenommen hat. Sein Schmerz über die bereits abgerodeten riesigen Flächen des Amazonas hat mich erneut tief im Herzen erreicht. Wenn diese Phase, durch die wir gerade gehen uns wieder berührbarer, verletzlicher, ja auch demütiger macht, dann hat sie etwas Gutes, das weltweit positive Veränderungen mit Turbo-Schub in Gang setzen kann. Doch noch sind wir am Anfang. Auch im Medizinrad. Der Süden ist die Phase (Kindheit), in der wir Kraft tanken sollen, damit wir durch die Schwierigkeiten des Lebens gehen können. Deshalb ist es jetzt mehr denn je wichtig, uns an unsere Ressourcen und Stärken zu erinnern, um sie wieder zu aktivieren und mehr zu nutzen. Wir alle nutzen einen Bruchteil unserer tatsächlichen Talente und Gaben in unserem Alltag. Eine Auszeit - ich spreche in meinem Konzept von freiwilligen wie unfreiwilligen Auszeiten (diese jetzt ist eine unfreiwillige gewesen), bietet so oder so die Chance, sich im Persönlichen wie im Kollektiven neu auszurichten. Meine Erfahrung hat leider gezeigt, dass sich kaum jemand freiwillig und rechtzeitig eine richtig intensive Auszeit (also mindestens 40 Tage) nimmt. Also ist es oft das Leben, das mit einem "crash" daherkommt und einen auf Null ausbremst. So ist es jetzt für uns geschehen.

Vor 2 Tagen hatte ich von dem "space in between" gesprochen - die bewußte Pause zwischen der Bewegung und des Ein- und Ausatmens. Als ich mit der Recherche über gestaltete Auszeiten begonnen habe, fiel mein Fokus immer wieder auf das Wort Sabbat, das die Unterbrechnung des Alltags als notwendige und wertvolle Geste aufgreift oder den Acker, der alle 7 Jahre eine Saison ruhen sollte, bevor er wieder neu mit etwas bepflanzt werden kann, um eine wirklich gute Ernte hervorzubringen. In dieser Zeit geht es um Erholung und Regeneration... das ist tatsächlich zur Zeit unsere einzige Aufgabe und es ist eine große Aufgabe, weil sie so ungewohnt ist. Und: in einer unfreiwilligen Auszeit fällt genau das in Kraft kommen viel schwerer als in der freiwilligen Auszeit, wo man vor Kraft strotzt, die Welt "in Ordnung" ist und wir uns die ganz großen Träume verwirklichen. In der unfreiwilligen Auszeit geht es um die kleinen, einfachen Dinge, ein ganz reduziertes Tempo, einen kleinen Aktionsradius... und um die so wichtige Heilung.

Tankt die Energie der Sonne bis Eure Zellen damit überlaufen, wir haben es so nötig.

Eure Divya Sabine Bläsing

 

Nachtrag zu Tag 6:

Vielleicht hat mich das Stichwort Acker beflügelt, denn ich habe heute meine Hände in die Blumenerde versenkt und die ersten Balkonbepflanzungen gemacht. Gärtnern ist eine heilsame Art von Meditation und mich persönlich bringt sie unmittelbar runter - ähnlich wie Gemüse schnippeln. Es tut so unendlich gut, dass die Natur ihr Leben entfaltet, wo unseres gerade so auf den Kopf gestellt ist. Schön dass es diese Verlässlichkeit gibt bei allem was uns gerade so fremd ist.